Einleitung: Diese Anleitung richtet sich an die F-Serie, T-Serie, RT1-Serie und HSTT-Serie von ATESTEO und enthält wichtige Informationen zur Nutzung und Wartung. Eine ordnungsgemäße Einweisung aller Personen, die mit dem Produkt arbeiten, ist erforderlich, um Gefahren zu vermeiden.
Sicherheitshinweise: Beinhaltet allgemeine Sicherheitshinweise, Symbolerklärungen, bestimmungsgemäße Verwendung, Änderungen und Umbauten, Verantwortung des Betreibers sowie Hinweise zu Transport, Lagerung, Montage und Betrieb.
Systembeschreibung: Beschreibt die verschiedenen Typen (IS, ES), technische Daten, Telemetrie und Messbereiche, Funktionen wie Selbsttest und Nullpunkt-Abgleich sowie Drehzahlmesssysteme und Kalibrierscheine.
Mechanische Installation: Anweisungen zum Transport, Anheben des Rotors, Montage des Stators und Rotors sowie der Drehzahlmesssysteme und der Auswerteeinheit.
Elektrische Installation: Umfasst den Anschluss an das Netz, Verbindung der Auswertungseinheit mit einem Datenverarbeitungssystem, analoge und digitale Ein-/Ausgänge sowie Stecker- und Schaltungsdetails.
Inbetriebnahme: Anweisungen zur Erstinstallation und zum Austausch der Messwelle.
Konfiguration: Nutzung der Software TCUConfig und des Terminalprogramms zur Einstellung von Parametern, Filtern, Alarmen und CAN-Interface.
Allgemeine Hinweise: Informationen zu Überspannungsschutz, Kalibrierung, Service-Hotline und Empfehlungen für den Nullpunkt-Abgleich.
Anhang: Enthält spezielle Funktionen, Abbildungsverzeichnis, Tabellenverzeichnis und Herstellererklärung.
Herstellerinformationen: ATESTEO GmbH & CO.KG, Deutschland. Kontakt:
[email protected].
Änderungshistorie: Version V1.3 (04.09.2025) beinhaltet lesbarere Erdungskonzepte, angeglichene technische Daten, definierte Einschraubtiefen und das neue Produkt F34xS. Version V1.2 (08.07.2025) war eine umfassend überarbeitete Version mit neuen Systemfunktionen und korrigierten Produktnamen.
Geltungsbereich: Das Handbuch beschreibt die Inbetriebnahme von ATESTEO Drehmoment- und Drehzahlmesssystemen, einschließlich verschiedener Messsystemtypen wie F0iS, F0eS, RT1eS, TiS/TeS Z50, und HSTT1eS.
Entsorgung und Umwelt: Elektrische und elektronische Produkte müssen gemäß der europäischen Richtlinie 2002/96/EG entsorgt werden. Die Originalverpackung ist recycelbar und sollte für die Dauer der Garantie aufbewahrt werden.
Teileliste: Die Teilelisten variieren je nach Messsystemtyp, beinhalten jedoch typischerweise eine Drehmomentmesswelle, einen Stator, Stecker, Buchsen und Testberichte.
Sicherheitshinweise: Vor der Inbetriebnahme sind alle Sicherheitshinweise zu beachten. Nur qualifiziertes Personal darf Wartungsarbeiten durchführen. Änderungen am System ohne Zustimmung von ATESTEO führen zum Verlust der Gewährleistung.
Systembeschreibung: Die Drehmomentmesssysteme benötigen nur eine 24VDC-Spannungsversorgung. Sie bieten hohe Stabilität und Wiederholbarkeit der Ausgangssignale. Typ iS integriert die Auswerteelektronik im Statorring, während Typ eS diese in einem separaten Gehäuse unterbringt.
Technische Daten: Energieversorgung erfolgt mit 24V DC, die Dynamik des Frequenzausgangs beträgt ≤ 7 kHz, und der Spannungsausgang ist wählbar zwischen verschiedenen Spannungsbereichen.
Technische Spezifikationen:- Drehzahlmessung mit gleitendem Mittelwert und einstellbarer Filtertiefe.
- CAN-Schnittstelle: CAN2B, frei justierbarer Identifier, max. 1MBaud, max. 1000 Botschaften pro Sekunde.
- Serielle Schnittstelle: RS232, 19.200 Baud, 8 Datenbits, kein Paritätsbit, 1 Stoppbit, kein Protokoll.
- Frequenzausgänge: RS422.
- Verschiedene Drehzahlsensoren: induktiv, magnetisch (optional), optisch (optional).
Telemetrie und Messbereiche:- Verschiedene Telemetrie-Systeme: Einkanal-Telemetrie (FM), Zweiter Messbereich (DT2), Doppel-Telemetrie (DT).
- Einkanal-Telemetrie: Frequenzausgang proportional zum Drehmoment und zur Drehzahl, Spannungsausgang proportional zum Drehmoment und zur Drehzahl, Testsignal, Nullpunkt-Abgleich.
- Zweiter Messbereich (DT2): Ermöglicht genaue Messung kleiner Drehmomente, Temperaturkompensation, Testsignal.
- Doppel-Telemetrie (DT): Messung hoher und niedriger Drehmomente mit hoher Genauigkeit, paralleler Gebrauch zweier Messbereiche.
Funktionen:- Selbsttest: Überprüfung der Speisespannung und Seriennummer.
- Nullpunkt-Abgleich: Speichert das aktuell gemessene Drehmoment als neuen Nullwert.
- Testsignal: Generiert ein Offset bei jeder Systemleistung.
- Spannungssuchlauf: Erhöht die Spannung schrittweise zur Kalibrierung.
- Alarmstellen: Einstellbare Alarmschwellen für maximales Drehmoment und Drehzahl.
Drehzahlmesssysteme:- Induktive Drehzahlerfassung: Standard bei vielen Messwellen, mechanisch integrierte Spur am Rotor.
- Magnetische Drehzahlerfassung: Optional, hochauflösend, ermöglicht Erfassung der Drehrichtung.
- Optische Drehzahlerfassung: Optional, hochauflösend, ermöglicht Erfassung der Drehrichtung.
Testreport und Kalibrierscheine:- Testreport: Listet alle notwendigen Parameter zum Betrieb auf.
- Kalibrierscheine: Optional erhältlich, liefern ausführliche Informationen über die Drehmomentmesswelle.
LED-Kodierungen:- Grüne LED: Blinkt im normalen Betriebsmodus, schneller während der Einschaltphase.
- Rote LED: Leuchtet bei Fehlern in der Speisespannungseinstellung, blinkt bei Signalproblemen.
Mechanische Installation:- Transport: Sorgfältiger Umgang mit Bauteilen, Verwendung der Originalverpackung empfohlen.
- Anheben des Rotors: Verwendung von Hilfsmitteln (z.B. Kran) bei größeren Gewichten.
- Montage des Stators: Abhängig von der Bauform, korrekte Ausrichtung für stabile Spannungsversorgung und Datenübertragung.
Montageanleitung für iS- und eS-Statoren:- Die Schrauben zur Montage der iS-Statoren müssen zu den Durchgangsbohrungen passen und handfest angezogen werden.
- Alternativ zur Maschinenmontage kann ein iS-Stator über einen Fußadapter montiert werden, der bei ATESTEO erhältlich ist. Diese Methode wird jedoch nur bis zur Größe F3iS empfohlen, da größere Rotoren Schwingungen verursachen können.
- Für eS-Statoren gibt es keine besonderen Ausrichtungsempfehlungen. Die elektronischen Komponenten sind mit Schutzlack überzogen.
Montage des Rotors:- Vor der Montage des Rotors sind optionale Drehzahlerfassungssysteme zu beachten und gegebenenfalls zu entfernen.
- Die Schraubenlänge für die Rotorbefestigung ergibt sich aus dem 1,2-fachen des Gewindedurchmessers plus der Dicke des Rotorflansches.
Empfohlene Anzugsmomente für Schrauben:- Die Anzugsmomente variieren je nach Serie und Schraubenqualität. Beispielsweise beträgt das Anzugsmoment für F0iS bei M10 Schrauben der Qualität 10.9 71 Nm.
Montage der Drehzahlmesssysteme:- Induktive Drehzahlerfassung: Abstände sind werkseitig eingestellt und können bei bestimmten Modellen angepasst werden.
- Magnetische Drehzahlerfassung: Abstände müssen manuell eingestellt werden.
- Optische Drehzahlerfassung: Vor der Rotorinstallation muss der Metallblock demontiert und nach der Montage wieder angebracht werden.
Elektrische Installation:- Die ATESTEO-Messsysteme benötigen eine Gleichspannung von 23-25 V. Der Stromverbrauch liegt zwischen 4 und 17 Watt.
- Für die Verbindung der Auswertungseinheit mit einem Datenverarbeitungssystem wird die Verwendung von abgeschirmten Kabeln empfohlen, um die EMV-Normen einzuhalten.
Analogausgänge:- Ausgang A und B können als Spannungsausgänge verwendet werden, um Drehmoment oder Drehzahl zu messen.
- Ausgang C gibt den Status des Systems aus und kann alternativ die Temperatur der Elektronik übertragen.
Digitale Ein-/Ausgänge:- Der "Control" Eingang kann für Selbsttest, Nullpunkt-Abgleich oder Testsignal verwendet werden.
- Digitale Alarmstellen signalisieren Überlast oder Überdrehzahl und überwachen die Datenübertragung zwischen Rotor und Stator.
Alarmfunktionen und Reset: Sobald eine Alarmgrenze überschritten wird, wird der Alarmausgang aktiviert. Der Eingang „Reset Alarm“ ermöglicht das Zurücksetzen der Alarmstellen, wobei die Status-Bits ebenfalls gelöscht werden. Diese Funktion wird bei einer Eingangsspannung von über 4V ausgelöst, wobei die maximale Spannung 30V beträgt.
Steckerverbindungen: Die Auswerteeinheit verwendet zwei Gerätestecker, X750 und X751/752, zur Verbindung mit der Prüfstandsperipherie. Die Steckerbezeichnungen sind auf dem Gehäusedeckel angegeben. Es werden spezifische Kabelstecker von Hummel empfohlen.
Stecker X750: Dieser 12-polige Stecker ist für Netzanschluss, Messsignale und RS422-Signale vorgesehen. Die RS422-Signale haben einen Pegel von ca. 3,7 V und sollten nicht ohne Wandler als TTL-Signal genutzt werden.
Stecker X751/X752: Dieser 16-polige Stecker unterstützt Analog/Digital-Messsignale und bietet Anschlüsse für RS232, CAN, analoge und digitale Alarmausgänge.
Elektrische Schaltungen: Details zu RS422-Ausgängen, Alarm-Ausgängen, Alarm-Reset-Eingängen und weiteren Steuer- und Analogausgängen sind im Kapitel 5.6 beschrieben.
Inbetriebnahme: Bei der Erstinstallation sind Anpassungen der Standardeinstellungen erforderlich, es sei denn, ein komplettes Drehmomentmesssystem wurde erworben. Die Austauschbarkeit der Messwellen vom Typ iS und eS wird hervorgehoben.
Konfiguration mit TCUConfig: Die Software TCUConfig ermöglicht die Konfiguration der Messwelle über serielle Schnittstellen. Es können Parameterlisten erstellt und verschiedene Einstellungen wie Nullpunkt-Abgleich, Testsignal und Kalibrationsparameter vorgenommen werden.
Setup der Analogausgänge: Die F-Serie bietet bis zu drei Analogausgänge mit verschiedenen Spannungsbereichen. Der Stromausgang kann zwischen 0-20 mA und 4-20 mA gewählt werden.
Filter- und Alarmeinstellungen: Digitale Filter für Drehmoment- und Drehzahlsignale können konfiguriert werden. Alarmeinstellungen ermöglichen die Festlegung von Schwellenwerten für Drehmoment und Drehzahl.
CAN-Interface: Die Einstellungen für das CAN-Interface umfassen die Auswahl der zu sendenden Signale und deren Datenraten. Die CAN-Nachrichten bestehen aus einem Identifier und Messwerten, die in verschiedenen Formaten gesendet werden können.
Terminal-Programm: Über das Terminal-Programm können zusätzliche Einstellungen vorgenommen werden, darunter Nullpunkt-Abgleich, Testsignalaktivierung und Filtereinstellungen.
1. Spezifikationen und Einstellungen: Das Dokument beschreibt die Einstellungen und Spezifikationen für die Nutzung von Drehmomentmesswellen und CAN-Bus-Systemen. Die maximale Datenrate ist durch die CAN-Bus-Geschwindigkeit begrenzt und kann nicht überschritten werden. Die Einstellungen für die CAN-Bus-Konfiguration sind im Kapitel 7.1.9 beschrieben.
2. Bedienung und Funktionen: Es werden verschiedene Tastenfunktionen für die Konfiguration der Messwellen und der analogen Ausgänge beschrieben. Dazu gehören die Auswahl der Signale, die Einstellung der Sensitivität und die Durchführung eines Nullpunkt-Abgleichs. Die Kalibrationsparameter sind im Prüfbericht der Drehmomentmesswelle zu finden.
3. Kalibrierung und Selbsttest: Die regelmäßige Kalibrierung der Drehmomentmesswellen wird empfohlen, um die Genauigkeit zu gewährleisten. ATESTEO bietet Kalibrierungen nach DIN51309 und VDI/VDE 2646 an. Ein Selbsttest kann durchgeführt werden, um die Funktionalität des Systems zu überprüfen.
4. CAN-Bus Einstellungen: Die CAN-Bus-Einstellungen ermöglichen die Anpassung der Baudrate, der Identifier-Länge und des Datenformats. Die Übertragung beginnt entweder mit dem LSB oder dem MSB, je nach gewählter Byte-Anordnung.
5. Allgemeine Hinweise: Es wird auf den Überspannungsschutz hingewiesen, der bei Überspannung aktiviert wird, um Schäden zu vermeiden. Zudem wird die Bedeutung eines regelmäßigen Nullpunkt-Abgleichs betont, um Messfehler durch thermische oder hysteresebedingte Einflüsse zu minimieren.
6. Service und Support: Für technische Unterstützung steht eine Service-Hotline zur Verfügung. Die Kontaktaufnahme kann telefonisch oder per E-Mail erfolgen.
Hauptabschnitte:- Nullpunkt-Abgleich: Ein Nullpunkt-Abgleich sollte durchgeführt werden, um die Genauigkeit der Messungen zu optimieren, insbesondere nach längerer Belastung.
- Alterung: Drehmomentaufnehmer können über Zeit eine Nullsignaldrift entwickeln, die von der Lastwechselzahl und Dehnungsamplitude abhängt. Der Einfluss auf ATESTEO-Drehmomentaufnehmer ist jedoch gering.
- Querkrafteinfluss: Querkraft kann das Drehmomentsignal beeinflussen, ist jedoch bei normalen Bedingungen vernachlässigbar.
- Allgemeine Empfehlungen: Nullpunktabweichungen sollten nur bei sicherer Entlastung des Messkörpers korrigiert werden. Bei hohen Abweichungen sollte der Messflansch überprüft werden.
- DT2-Funktion: Die Kanalauswahl kann über externe Signale, ein Terminalprogramm oder eine CAN-Schnittstelle erfolgen. Verschiedene Einstellungen und Beispiele für die Nutzung dieser Funktionen werden detailliert beschrieben.
Tabellen und Abbildungen:- Abbildungen und Tabellen bieten visuelle Unterstützung und detaillierte technische Daten zu den beschriebenen Funktionen und Einstellungen.
Zusammenfassung der technischen Anleitung:
1. Spezifikationen und Tabellen:- Die Anleitung enthält mehrere Tabellen, die wichtige technische Daten und Antworten von Messwellen sowie Status- und Alarminformationen in verschiedenen Formaten (z.B. 32 Bit, int) darstellen.
- Beispiele für Tabellen sind: Status 32 Bit, Alarm 32 Bit, Min/Max Werte, Error und Selection Indikatoren, sowie Selbsttest Byte.
2. Steckerbeschreibung und Kanalauswahl:- Es gibt spezifische Tabellen zur Steckerbeschreibung und zur Kanalauswahl über die CAN-Schnittstelle, die für die DT2-Serie relevant sind.
- Beispiele beinhalten die Steckerbeschreibung X751 / X752 und die Kanalauswahl über die CAN-Schnittstelle.
3. Herstellererklärung:- Die aktuelle Herstellererklärung kann direkt bei ATESTEO angefragt werden.
4. Kontaktinformationen:- Für Serviceanfragen steht ATESTEO GmbH & Co. KG zur Verfügung. Kontaktdaten sind angegeben für telefonische und E-Mail-Anfragen.
- Interessenten können sich über Produkte, Lösungen und Services in den Bereichen Messsysteme, Fahrzeugausrüstung und Aktuatoren informieren.
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