
Einleitung
Diese technische Notiz behandelt die Praxis der Kontaktwinkelmessung mit dem Drop Shape Analyzer DSA100. Der Fokus liegt auf der optimalen Nutzung der optischen Komponenten zur Verbesserung der Messgenauigkeit.
Optische Vorbereitung
Die Wahl des Stellplatzes ist entscheidend, um äußere Lichteinflüsse zu minimieren, die die Genauigkeit der Tropfenkonturerkennung beeinträchtigen können. Optische Komponenten sollten sauber gehalten und vor der Dosierung justiert werden, um Messfehler zu vermeiden.
Beleuchtung
Eine optimale Beleuchtung ist entscheidend für die Konturerkennung. Zu helle Beleuchtung kann die Kontur überstrahlen, während zu dunkle Beleuchtung die Graustufenwerte ungünstig beeinflusst. Die Graustufenwerte können in den KRÜSS-Programmen DSA1, DSA2 und DSA3 abgelesen werden.
Bildgröße und Schärfe
Die Bildgröße sollte so gewählt werden, dass die Tropfenkontur zwischen 2/3 und 3/4 der Bildbreite einnimmt. Die Schärfe ist subjektiv, jedoch sollte bei Einzelmessungen auf die Tropfenkontur fokussiert werden, während bei automatischen Messungen die Nadel im Fokus stehen sollte.
Basislinie
Die Basislinie ist entscheidend für die Konturerkennung und sollte bei Mehrfachmessungen immer neu bestimmt werden. Die automatische Erkennung durch die DSA-Programme ist vorzuziehen, kann jedoch bei nicht reflektierenden Proben manuell erfolgen.
Kleine Kontaktwinkel
Bei kleinen Kontaktwinkeln kann die Konturerkennung durch Totalreflexion erschwert werden. Eine Schiebeblende kann helfen, den oberen Teil der Beleuchtung abzudecken.
Zusammenfassung
Durch gezielte Vorbereitung und Einstellung der optischen Komponenten können die Reproduzierbarkeit der Konturanalyse erhöht und schwierige Proben gemeistert werden. Weitere Informationen und Berichte sind auf der KRÜSS-Website verfügbar.
Technical Note Praxis der Kontaktwinkelmessung (3) Technical note: Industry section: Drop Shape Analyzer – DSA100 Method: Keywords: methods, contact angle, sessile drop Das Auge misst mit Das optische System mit Beleuchtung, Kamera und Videobildauswertung ist das Herzstück eines Kontaktwinkelmessgerätes. Die zunehmende Präzision der Messung ist vor allem den Fortschritten in der Videotechnik und der Tropfenkonturanalyse zu verdanken. Dieser dritte Teil unserer Serie zur Praxis der Kontaktwinkelmessung hilft dabei, die Möglichkeiten der Optik auszuschöpfen und genau und reproduzierbar zu messen. Im Vergleich zur Dosierung, bei der Volumen und Volumenfluss sowie der Dosierablauf genau regelbar sind, hat man es bei der Einstellung optischer Parameter scheinbar mit subjektiven Kriterien zu tun: der Tropfen sollte „gut“ ausgeleuchtet und dabei „scharf“ und „möglichst“ groß abgebildet werden. Tatsächlich können aber auch die optischen Parameter genau kontrolliert und auf die Messaufgabe zugeschnitten werden. Vorbereitungen Die Schaffung optimaler optischer Bedingungen beginnt mit der Wahl des Stellplatzes. Äußere Lichteinflüsse beeinträchtigen das Schattenbild des Tropfens, das mit Hilfe der Beleuchtung des Messgerätes erzeugt wird. Die Folge ist eine breitere Graustufenverteilung der Tropfenkontur und des umgebenden Weißbereichs, die die Genauigkeit der Konturerkennung beeinträchtigt. Im Extremfall – etwa bei Sonneneinstrahlung – können Lichtreflexe dazu führen, dass der Tropfen gar nicht erkannt wird. Das Objektiv bzw. das Prisma und die Glasscheibe vor der Lichtquelle dürfen nicht mit den Fingern und schon gar nicht mit scharfkantigen Gegenständen in Berührung kommen. Befinden sich dennoch Flecken auf optischen Komponenten, dann sollten sie behutsam mit einem lösemittelgetränkten (z.B. Isopropanol), flusenfreien Wattestäbchen gereinigt werden. Alle einstellbaren optischen Komponenten sollten bereits vor der Dosierung justiert werden und danach höchstens kleine Korrekturen erfahren, damit zwischen dem Probenkontakt des Tropfens und der Messung möglichst wenig Zeit verstreicht. Andernfalls kann das Messergebnis verfälscht werden, zum Beispiel durch Verdunstung der Flüssigkeit. KRÜSS GmbH | Borsteler Chaussee 85 | 2
Katalog auf Seite 1 öffnenBeleuchtung „Wo viel Licht ist, ist viel Schatten“ – für die Tropfenkontur gilt dieses Sprichwort nur bedingt. Die Tropfenflüssigkeit ist ja in der Regel lichtdurchlässig, so dass eine helle Beleuchtung nicht nur außerhalb, sondern auch innerhalb des Tropfenbildes die Graustufenwerte erhöht und möglicherweise für eine ungünstige breitere Graustufenverteilung sorgt. Außerdem kann bei einer zu hell eingestellten Beleuchtung, bedingt zum Bespiel durch Beugungseffekte, die Kontur kleiner erscheinen – der Tropfen wird „überstrahlt". Wer mit der Kontaktwinkelmessung wenig Erfahrung hat, der empfindet...
Katalog auf Seite 2 öffnenDie DSA-Programme bestimmen die Basislinie automatisch mit Hilfe von Scheitel- oder Knickpunkten im Konturverlauf. Diese kommen entweder durch den Abschluss der Konturlinie selbst oder – bei reflektierenden Tropfen – durch den Übergang zwischen dem Tropfenbild und seinem Spiegelbild zustande. Der zweite Fall ist der günstigere. Liefert die Oberfläche ein klares Spiegelbild der Tropfenkontur, dann wird die Basislinie genau erkannt. Bei nicht reflektierenden Proben kann zur leichteren Erkennung der Basislinie ein Aufsichtswinkel von maximal 4° eingestellt werden. Die Verzerrung der Kontur ist bei...
Katalog auf Seite 3 öffnen5 Seiten
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